
Stimmtherapie nach Schlaffhorst-Andersen
Stimmtherapie ist ein Schwerpunkt meiner therapeutischen Tätigkeit.
Aufgrund meiner Ausbildung zur Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin nach der Methode Schlaffhorst-Andersen vor fast 30 Jahren, bin ich in der Behandlung von Stimmstörungen beheimatet. Im Konzept Schlaffhorst-Andersen steht die ganzheitliche Betrachtungsweise von Atmung, Sprechen, Körperaufrichtung und Bewegung im Mittelpunkt. Die Bildung von Stimme ist ein ganzkörperliches Geschehen und abhängig von dem individuellen Spannungszustand des Menschen. Die Optimierung dieser Spannungszustände ist das Ziel einer Stimmtherapie, wenn es darum geht, Stimmstörungen zu behandeln. Ein Zuviel oder ein Zuwenig an Spannung begünstigen funktionelle bzw. organische Veränderungen an den Stimmlippen. Dadurch kann das Sprechen anstrengend sein. Schmerzen, Kloßgefühl oder Räusperzwang können als Begleitsymptome auftreten. Die Atmung ist für das Sprechen nicht ausreichend. Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich mit Ausstrahlung in den Kiefer sind häufig zu beobachten.
Einblicke in die Estill Voice Therapie
Als ich vor zwei Jahren meine Weiterbildung zur zertifizierten Stimm- und Sprechtrainerin absolvierte, stieß ich immer wieder auf die Methode von Jo Estill.
Hierbei steht die Stimmkontrolle im Fokus – ein bewusstes Ansteuern der Stimmmuskeln zur Erzeugung von Stimmklängen. Unter der Voraussetzung genauer anatomischer und physiologischer Kenntnisse der Stimme kann z.B. der Kehlkopf bewusst gehoben oder gesenkt werden, um einen hellen oder dunklen Stimmklang zu erzeugen. Dazu muss der gehörte Stimmklang analysiert werden, um eine Idee davon zu bekommen, welche Muskeln beim Sprechen zum Einsatz kommen.
Haben sich z.B. durch einen ständig zu hoch eingestellten Kehlkopf ungünstige Sprechmuster etabliert, gilt es diese durch Übungen zu verändern.
Schlaffhorst-Andersen und Estill
Als Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin suche ich eine Verknüpfung beider Arbeitsansätze. Beide lassen sich wunderbar verbinden.
Schlaffhorst-Andersen liefert einen ganzheitlichen, dynamischen Rahmen für die Arbeit an Stimme, da hierbei über Haltung, Eutonus und Atemrhythmus an optimalen Spannungszuständen gearbeitet wird.
Die Methode nach Jo Estill bietet eine hochpräzise und anatomisch isolierte Kontrolle über die Strukturen im Kehlkopf. Dies ist vor allen Dingen im Gesang von Bedeutung, um z.B. Stimmqualitäten wie Twang oder Belt zu erzeugen. Die Fortbildung widmete sich der Anwendungsmöglichkeiten in der Stimmtherapie.
Ein Wochenende für die Stimmtherapie
Nach einer Einführung in das Estill Voice Training, vertieften wir uns in die Anatomie und Physiologie der Stimme. Sechs sogenannte Figuren zur Stimmkontrolle wurden besprochen und praktisch erprobt. Das Ohr wurde geschult und Ideen für die Umsetzung in der Stimmtherapie gesammelt.
Ich fand die Fortbildung bereichernd für meine Sicht auf Stimmtherapie. Eigenen Erfahrungen und Vorgehensweisen in der Therapie um andere Ansätze in der Stimmtherapie zu erweitern ist spannend. Nun bin ich gespannt, inwieweit die neuen Erkenntnisse in meinen Therapien Fuß fassen.
Wer mehr wissen will…
Für diejenigen, die weiter ins Thema einsteigen wollen, hier ein paar Links:
https://de.wikipedia.org/wiki/Methode_nach_Schlaffhorst_und_Andersen
Tanja von TheraLogo – Therapie & Logopädie in Sulingen